Lebensgemeinschaften für Menschen
mit und ohne geistige Behinderungen

Jean Vanier

Einige Fakten zum Gründer der Arche


Als sich der frankokanadische Philosophiedozent und frühere Marineoffizier Jean Vanier 1964 dazu entschloss, zwei Menschen mit geistiger Behinderung in sein Haus in Trosly-Breuil/Frankreich aufzunehmen und eine Lebensgemeinschaft mit ihnen zu gründen, legte er damit den Grundstein für das Wachstum der Arche. Schnell breitete sich diese Idee des partnerschaftlichen Zusammenlebens von Menschen mit und ohne geistige Behinderung weltweit aus. Jean Vanier leitete die Internationale Föderation der Arche bis 1975. Er wirkte vor allem durch seine Bücher und viele Vorträge. Der Gründer der Arche starb 2019 im Alter von 90 Jahren. Er war ein Mann, dessen Charisma im Laufe seines Lebens viele Menschen beeindruckt und inspiriert hat.

Doch kaum ein Jahr nach seinem Tod gab die Internationale Arche die Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung bekannt, die sie selbst beauftragt hatte, nachdem mehrere Zeugenaussagen Jean Vanier schwer belastetet hatten. Die Untersuchung offenbarte, dass Jean Vanier wichtige Aspekte seines Lebens verborgen gehalten hatte. Er hatte mit einigen erwachsenen, nicht behinderten Frauen sexuelle Beziehungen aufgenommen, über die er im Rahmen geistlicher Begleitung einen starken psychischen Einfluss ausübte. Diese Erfahrungen sexueller Übergriffe haben einige der Frauen zutiefst verwundet. Diese Handlungen haben ihren Ursprung in Jean Vaniers Bezugnahme auf geistlich verbrämte Sexualtheorien des Dominikanerpaters Thomas Philippe, der seit den 1950er Jahren bis zu seinem Tod Vaniers geistlicher Mentor war. (Weitere Informationen zu den Ergebnissen dieser Untersuchung sind hier zu finden.)

Nach Veröffentlichung dieser Untersuchung im Jahr 2020 hat die Internationale Arche eine unabhängige Studienkommission aus Expert/-innen verschiedener Disziplinen einberufen, um den Werdegang ihres Gründers, den Kontext der Arche-Gründung und ihre institutionelle Dynamik besser zu verstehen. Diese Kommission wird Ende 2022 Ergebnisse ihrer Studien vorlegen.

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