Lebensgemeinschaften für Menschen
mit und ohne geistige Behinderungen

Lockdown in Simbabwe

Wie die Arche Simbabwe unter den Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie leidet

Nachdem die erste Welle der Corona-Pandemie Simbabwe nicht so hart getroffen hatte - dennoch war das Land im vergangenen Frühjahr auch für rund fünf Wochen weitgehend abgeriegelt und stillgelegt -, hat die zweite Welle der Pandemie das Land nun offenbar härter erwischt. Von den insgesamt positiv getesteten 33.000 Fällen stammt mehr als die Hälfte allein aus dem Januar 2021. Bis Ende Januar wurden rund 1200 Corono-Tote gezählt - wobei angesichts des schlechten Zustand des Gesundheitswesens im Land nicht sicher ist, wie viele Menschen sonst noch am oder mit dem Virus gestorben sind. Bekannt ist aber, dass mittlerweile auch vier Minister der Regierung Simbabwes der Pandemie erlegen sind.

Neuer Lockdown seit Anfang Januar

So hat die Regierung Anfang Januar wieder einen scharfen Lockdown über das Land verhängt. Nur mit guter Begründung und mit Passierschein durfte man das Haus verlassen, berichtet der Leiter der Arche Simbabwe, Time Baluwa. Die Polizei kontrollierte unerbittlich. Die Bewohner/-innen der beiden Arche-Häuser mussten für sich bleiben. Gegenseitige Besuche waren nicht möglich, Assistent/-innen von außerhalb durften nicht in die Häuser kommen, und auch das Therapiezentrum und die Werkstatt der Gemeinschaft blieb geschlossen. Mittlerweile (Anfang März) arbeiten immerhin die Therapeuten und einige andere Mitarbeiter/-innen von außen wieder in der Arche. Doch grundsätzlich wird der Lockdown etwas reduziert noch weiter fortgesetzt.

Im Lockdown haben die beiden Therapeuten gelernt, dass sie ihre Klient/-innen auch per Video und WhatsApp zu therapeutischen Übungen anregen können. "Tele-Therapie" nennen sie das - und erreichen damit viele Familien, die sie sonst besucht hätten oder die zu Veranstaltungen des Therapeutenteams gekommen wären.

Vieles ist nicht mehr selbstverständlich

Schon nach dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr hatte der Gemeinschaftsleiter der Arche Simbabwe, Time Baluwa, gesagt: „Der ,Lockdown‘ in unserem Land hat uns angeregt, über einige Aspekte unseres Lebens nachzudenken, die wir bisher für selbstverständlich angesehen haben.“  Die Gemeinschaftsmitglieder vermissen nicht nur die Besuche bei Freund/-innen und in der Kirche, sondern sie leiden auch darunter, dass die Nähe zu anderen Personen nicht möglich ist. Immerhin haben sie Alternativen entdeckt: „Wo wir uns früher mit Umarmungen und Händeschütteln begrüßt haben, machen wir jetzt eine Ellbogengeste, bei der wir etwas Abstand halten.“ Um die Zeit zu nutzen, haben die Gemeinschaften traditionelle und moderne Spiele gelernt und zudem viel zusammen gesungen und Fitnessübungen gemacht. Time Baluwa resümiert: „Diese Erfahrung hat uns gelehrt, dass wir auch unabhängig von den Umständen unser Leben leben können.“

Die Lage im Land

Simbabwe ist insgesamt schlecht auf die Pandemie vorbereitet. Die Möglichkeiten für PCR-Tests sind sehr begrenzt. Das ziemlich desolate Gesundheitssystem ist überfordert. Die Bevölkerung steht jetzt schon vor einer Hungersnot. Da die meisten Menschen in Simbabwe von Gelegenheitsjobs leben, die derzeit kaum möglich sind, fehlt ihnen jegliches Einkommen. Das verschärft die Krise und die Wut in der Bevölkerung. 

Eine positive Erfahrung der jetzige Krise sind hingegen die enormen Zeichen der Solidarität aus der Gesellschaft und der weltweiten Arche, so der Gemeinschaftsleiter: „Wir haben Botschaften der Sorge und Liebe von Partner-Gemeinschaften auf der ganzen Welt erhalten.“

Wir bitten um Spenden

Bitte unterstützen Sie die Arche-Gemeinschaft in Simbabwe mit Ihrer Spende - online per Spenden-Button auf unserer Website oder per Überweisung auf das Spendenkonto der Arche Deutschland und Österreich bei der Kreissparkasse Steinfurt, IBAN: DE61 4035 1060 0031 1130 61, BIC: WELADED1STF; Spendenzweck: Arche Simbabwe.

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