Lebensgemeinschaften für Menschen
mit und ohne geistige Behinderungen

Hoffnungsvoll trotz vieler Rückschläge

Die Arche Haiti leidet unter dem neuerlichen Erdbeben und der andauernden Krise im Land

Elf Jahre nach dem verheerenden Erdbeben von 2010, das die Häuser der Arche Carrefour nahe der Hauptstadt Port-au-Prince zerstörte, erschütterrte im August wieder ein schweres Beben den Inselstaat. Dieses Mal war die Region im Südwesten des Landes betroffen, wo die Arche Chantal in der Nähe von Les Cayes liegt. Die Stadt Les Cayes wurde schwer beschädigt. In der Arche Chantal sind alle wohlauf, aber die Folgen des Erdbebens in der Infrastruktur und auch in der Spendenbereitschaft der lokalen Bevölkerung sind deutlich zu spüren.

Haiti ist eines der ärmsten Länder der Erde. Seit Monaten belasten politische Unruhen und die langanhaltende wirtschaftliche und soziale Krise das Leben. Doch in ihrer Kreativität, Energie und Belastbarkeit sind die Menschen in den beiden Arche-Gemeinschaften von Haiti Spitze. Sie haben auch die Corona-Krise bisher gut überstanden, keine/r ist krank geworden. Die Assistentinnen und Assistenten mussten ebenso wie die Mitglieder mit geistiger Behinderung zu Hause bleiben, Besuche waren nicht erlaubt. Aber mit Sport, Gartenarbeit, Kochworkshops, Kunsthandwerk und Geburtstagsfeiern hielten sich alle fit und blieben beweglich. Besonders die Fähigkeit zu feiern ist immer noch ein wesentlicher Bestandteil des Lebens in der Arche Haiti. Und sowohl die Gemeinschaften wie auch der Vorstand konnten technisch so ausgerüstet werden, dass sie untereinander in Kontakt bleiben und sich online treffen können.

Die Arche - ein Ort der Hoffnung

Elf Jahre nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 ist es immer noch unmöglich, über Haiti zu sprechen, ohne auf diese verheerendste Naturkatastrophe zurückzukommen, die das Land jemals getroffen hat. Rund 250.000 Menschen starben und 300.000 Menschen wurden verletzt. Mehr als 1,5 Millionen Menschen wurden obdachlos und waren gezwungen waren, in provisorischen Lagern zu leben. Bis heute kämpft das Land mit den Folgen der Katastrophe. Viele Menschen leben immer noch in Notunterkünften. Auch die Arche Carrefour in der Hauptstadt Port au Prince verlor durch das Beben ihre Häuser. Dank der Unterstützung der Internationalen Arche und vieler großzügiger Spenderinnen und Spender auf der ganzen Welt – aus Deutschland und Österreich halfen wir mit rund 15.000 Euro – konnten fast unmittelbar nach dem Beben Behelfsgebäude errichtet werden. Die Arche Carrefour wurde für ihre Umgebung damals in vielerlei Hinsicht ein Ort relativer Stabilität und nachbarschaftlicher Unterstützung. Die Arche Chantal im Westen des Inselstaats entging zwar 2010 dem Erdbeben, wurde dann aber von der nachfolgenden Cholera-Epidemie und im Oktober 2016 vom Hurrikan Mathieu schwer heimgesucht -- und leidet jetzt unter den Folgen des neuerlichen Bebens.

Eine Vision für die Zukunft

Die Arche Carrefour nutzte im Folgenden die durch das Beben geschaffene Gelegenheit für einen langfristigen Plan zu einer Neugründung. Dieser Plan beinhaltet den Umzug von der Region nahe der tektonischen Verwerfungslinie in einen sichereren Teil der Stadt. Jetzt nimmt diese Vision der Gemeinschaft endlich Gestalt an. Dank der Großzügigkeit vieler Spenderinnen und Spender konnte die Arche im Frühjahr 2019 ein großes Stück Land in einem ruhigen Stadtviertel in der Nähe des Flughafens und eines Krankenhauses kaufen. Der Neubauentwurf ist vom traditionellen haitianischen Lakou-Modell inspiriert: Im ländlichen Haiti leben so Großfamilien in Häusern, die einen zentralen Innenhof umgeben. Der neue Standort bietet Platz für eine solche Bauform sowie für Obstbäume und einen Garten. Sobald es nach Abflauen der Pandemie möglich ist, sollen Ausschreibungen für den Neubau erfolgen.

In der Arche Chantal konnten die Wohnhäuser nach dem Hurrikan vor fünf Jahren bisher nur notdürftig repariert werden. Bei starken Regen erweisen sich die Dächer als undicht, zudem sind die Toiletten nicht nutzbar. Die Arche hat einen Gebäudesanierungsplan entwickelt, um Abhilfe zu schaffen.

Spenden sind dringend nötig

Langfristig besteht das Ziel darin, dass die Gemeinschaften in Haiti einen größeren Teil ihrer Betriebskosten durch lokales Fundraising und den Verkauf von Werkstatt- und Gartenprodukten erzielen. Im Moment jedoch wirkt sich die Pandemie sehr negativ auf die Einnahmen der Gemeinschaft aus. Der Anstieg der politischen Spannungen in den vergangenen 18 Monaten hat zudem bewirkt, dass viele Pläne auf Eis gelegt werden mussten. Die Arche Haiti will jedoch weiterhin an einer Zukunft bauen, in der die Gemeinschaften Orte der Sicherheit, Zugehörigkeit, Kreativität und Produktivität sind, und setzt auf ihre Vision, dass in der Menschheitsfamilie jedem Mitglied ein voller Platz eingeräumt wird. Oder wie Marie-Anne (siehe Bild rechts), eine Frau mit Behinderung, die in der Arche Chantal lebt, es sagt: „Die Arche ist meine Familie. Wir alle – wir sind eins. Die Arche ist für immer mein Zuhause.“

Spenden für die Arche Haiti per Klick auf den Spendenbutton oder per Überweisung auf unser Spendenkonto bei der KSK Steinfurt, IBAN: DE61 4035 1060 0031 1130 61, BIC: WELADED1STF, Stichwort: Arche Haiti.

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