Lebensgemeinschaften für Menschen
mit und ohne geistige Behinderungen

Die Arche in Zeiten der Corona-Krise

Die Werkstätten sind geschlossen, Freizeitangebote abgesagt, Besuche in den Häusern weitgehend oder ganz untersagt. Viele Arche-Bewohnerinnen und Bewohner gehören zudem zur besonders gefährdeten Risikogruppe. Wie gehen die Archen in Deutschland und Österreich mit der Corona-Krise um?

 

In der Arche Tecklenburg hat die Leitung schon, bevor die Werkstätten offiziell geschlossen wurden, entschieden, dass die Arche-Bewohner/-innen aus Sicherheitsgründen in den Wohnhäusern bleiben sollen. Im Gemeinschaftsraum ist jetzt eine improvisierte Werkstatt aufgebaut, wo einige Arche-Mitglieder arbeiten können (siehe rechts). Dazu haben Assistenten das Material besorgt, mit dem die Menschen mit Behinderung auch sonst beschäftigt sind. Sie stellen Kaminanzünder her. "Für einige ist es wichtig zu arbeiten, damit es ihnen gut geht", sagt dazu die Leiterin der Arche Tecklenburg, Gertrud Nicola.

In der Arche Ravensburg ist die Tagesförderung, das „Atelier“, das sonst in der Förderstätte der Stiftung Liebenau seinen Ort hat, ins Arche-Haus verlegt worden. In Tecklenburg ist die Tagesförderung für Bewohnerinnen und Bewohner jetzt in das allgemeine Betreuungsprogramm integriert. In Tirol sind die Arche-eigene Werkstatt und die Tagesförderung, die „Basale Gruppe“, geschlossen, weil keiner mehr von außen kommen kann und die Arche-Bewohner in ihren Häusern bleiben sollen. Seit dem 15. März gilt in Tirol für zunächst eine Woche Ausgangssperre. In allen Archen sind nun Beschäftigungsangebote in den Häusern erforderlich. „Das ist wie sonst nur am Wochenende, dass alle im Haus sind“, erklärt Bianca Berger, Leiterin der Arche Landsberg. Einige können beim Zubereiten des Mittagsessens mithelfen. Selbstständigere Bewohner/-innen wissen sich selbst zu beschäftigen. Aber längerfristig sind auch für sie kreative Angebote in den Häusern nötig.

 

Herausforderungen für alle

Wenn alle den ganzen Tag im Haus verbringen, sind die Assistent/-innen besonders gefordert. „Wir müssen die Betreuung gut organisieren und uns gegenseitig unterstützen“, sagt Franziska Rief, die Leiterin der Arche Ravensburg. Auch für die Menschen mit Behinderung stellen sich neue Herausforderungen. Menschen mit Autismus fällt es schwer zu verstehen, dass ihre gewohnte Tagesstruktur sich deutlich verändert. „Da sind nun die Begleiter gefragt“, sagt auch Sidonie Tomaschitz, die neue Leiterin der Arche Tirol. Und für viele ist es mühsam und schmerzlich, statt der gewohnten Nähe auf Abstand zu gehen und auf Händeschütteln und Umarmungen zu verzichten. Insgesamt ist die Stimmung in den Archen aber gut, bestätigen alle Gemeinschaftsleiterinnen. Doch die Situation habe auch etwas Bedrückendes und könne manchen Angst machen, weiß Franziska Rief. „Die Ängste kann ich nicht nehmen“, sagt die Leiterin der Arche Ravensburg, „aber ich kann Zuversicht vermitteln, dass wir die Krise gemeinsam meistern werden.“

 

Kar- und Ostergottesdienste ohne Gäste

Alle Veranstaltungen in den Archen wie etwa die „Männer- und Frauen-Abende“ der Arche Landsberg finden nun ohne Gäste statt. Die regelmäßigen Gottesdienste feiern die Gemeinschaften ohne Pfarrer und Priester jetzt als Taizé-Gebete oder in anderen Formen. In der Arche Ravensburg werden auch die Feiern zu den Kar- und Ostertagen schon in den Häusern und ohne Besucher/-innen von außen geplant. Und falls trotz aller Vorsichtmaßnahmen doch ein Corona-Fall in der Arche auftritt, ist die Arche Ravensburg gewappnet: Ein Zimmer wurde zur Quarantäne hergerichtet und Schutzausrüstung bestellt. So dürften die Archen also diese Krise gut überstehen.

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